Gemeinde Königheim

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Königheim - Weinort zum Erleben

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Wein

1149 erstmals urkundlich erwähnt

Weintrauben
Weintrauben
Weintrauben
Weintrauben

Das Prädikat "Weinort" trägt Königheim zu Recht, ist doch die Entwicklung des Dorfes in den vielen Jahrhunderten seiner Geschichte bis zum heutigen Tag dem Wein geprägt. Bereits in der 1. urkundlichen Erwähnung 1149, als Adam der 1. Abt von Ebrach seine in "Chennenkeim" gelegenen, früheren Königsgüter dem Domstift Würzburg zu Kehen gibt, sind Weinberge und der Weinanbau bezeugt. 1395 hatte das Kloster Amorbach gemäß seinem Besitzverzeichnis mehr als 20 Wingert in Königheim. Viele das Dorf betreffende Urkunden des Mittelalters sprechen bei Übergaben, Schenkungen, Berichten zu Naturkatastrophen und Ernten immer wieder vom Wein. Die Menge und Güte des Weines spielte auch für den Gemeindehaushalt eine große Rolle.

Am 04.09.1726 zum Beispiel beantragt der Rat Schatzungsnachlass bei ihrer Churfürstlichen Gnaden, weil "vorm Jahr Königheim vor allen anderen Orten den größten Herbstfrost erlitten und weil die meisten Einwohner ihre alleinige Nahrung vom Weinbau haben", außerdem sei die Gemarkung zweimal vom Kieselschlag hart betroffen worden. Die Bedeutung des Weinbaus erschließt sich auch aus der Tatsache, dass die St. Urban-Bruderschaft, Papst Urban wurde als der Schutzpatron der Häcker verehrt, vom 16. bis 19. Jahrhundert im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben eine große Rolle spielte. Seinen Höhepunkt hatte der Weinbau im 18. Jahrhundert. So wird für 1746 eine Weinernte von 324 Fuder (ein Königheimer Fuder gleich 1.066 Liter) vermeldet, für 1803 eine Rebfläche von 1.600 Morgen. Zeichen des Reichtums dieser Zeit sind Fachwerk-Weinhöfe mit den charakteristischen Rundbogentoren, die Träublesbildstöcke und die starke Stellung der Königheimer Weinhändler am Frankfurter Weinmarkt.

Großer Einbruch

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte dann durch das Auftreten von Schädlingen wie Reblaus und Perenospera der große Einbruch, der das Dorf so verarmen ließ, dass die Gemeinde armen Auswanderungswilligen einen Teil der Überfahrt nach Amerika aus der Gemeindekasse bezahlte. Der Weinanbau kam in den folgenden Jahrzehnten praktisch zum Erliegen, Anfang des 20. Jahrhunderts standen nur noch 12 Hektar im Ertrag. Ein Neuanfang ist dank der Initiative des ehemaligen Bürgermeisters und Ehrenbürgers Josef Honikel nach dem 2. Weltkrieg zu verzeichnen. Am Kirchberg, im Gartel, am Böcher, im Hemmental und Hussenbach wurden neue Anlagen gepflanzt, gegenwärtig stehen ca. 80 Hektar im Ertrag. Typisch für die Weinlandschaft des Brehmbachtals ist die Sortenvielfalt.

An Rotweinen werden produziert: Schwarzriesling, Portugieser, Tauberschwarz, Dornfelder; an Weißweinen: Müller-Thurgau, Silvaner, Kerner, Bacchus, Scheurebe, Ortega, Ruländer, Gewürztraminer, Perle, Weißburgunder. Seit Jahren bearbeiten die meist nebenberuflichen Winzer nach den Methoden des naturnahen Weinbaus mit weitgehendem Verzicht auf chemische Spritzmittel und Mineraldünger. Drei ortsansässige Weingüter, darunter eines, das sich ganz dem ökologischen Weinbau verschrieben hat, vermarkten ihre Erzeugnisse selbst. Die Erträge vieler "Nebenberufler" werden zumeist von überörtlichen Genossenschaften ausgebaut und vermarktet.